Ein Hilfsmittel soll die Entwicklung Ihres Kindes fördern, ihm mehr Unabhängigkeit verleihen und neue Möglichkeiten eröffnen, trotz seiner Behinderung die Welt zu entdecken. Sowohl der NF-Walker als auch der Innowalk wurden entwickelt, um die körperliche Aktivität und Teilhabe zu fördern. Jetzt fragen Sie sich vielleicht: „Und welches Produkt passt am besten zu meinem Kind?“. In diesem Beitrag erkläre ich die Unterschiede zwischen dem NF-Walker und dem Innowalk und gebe Ihnen einige Empfehlungen mit auf den Weg, die Ihnen bei der Auswahl des richtigen Geräts helfen können.

Der NF-Walker fördert die soziale Interaktion, weil die Hände frei sind

Der NF-Walker ermöglicht dem Kind, sich in aufrechter Haltung ohne fremde Hilfe fortzubewegen. Weil es mobil ist und dabei die Hände frei hat, kann das Kind an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen und selbst aktiv werden. Schon ab einem Alter von 12 Monaten kann das heranwachsende Kind mit dem NF-Walker seine Welt entdecken. Der NF-Walker wird hauptsächlich von Kindern verwendet, die aufgrund ihrer Behinderung nicht allein oder nur mit geringer Unterstützung gehen können, wie es zum Beispiel bei Kindern mit infantiler Cerebralparese und den GMFCS-Stufen IV und V der Fall ist.

Durch die aufrechte Körperhaltung kann das Kind besser mit anderen interagieren. So ist das Kind mit seinen Spielkameraden auf Augenhöhe, es kann mit ihnen spielen und kommunizieren. Das vermittelt ein Gefühl von Kontrolle, Sicherheit und Verbundenheit. Die Fähigkeit, an sozialen Interaktionen teilzunehmen, kann das Wohlbefinden des Kindes positiv beeinflussen (Pin, 2007).

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Warum ist der NF-Walker eine gute Wahl für Kinder mit schweren Behinderungen?

Der NF-Walker unterstützt die Kinder auf einzigartige Weise. Die Beinschienen sorgen für die Korrektur der Beinhaltung, auch wenn das Kind sehr schwach ist, einen niedrigen Muskeltonus hat oder ein hohes Maß an Spastizität aufweist. Das Gerät wird für das Kind und seine Bedürfnisse individuell angepasst. Der NF-Walker bietet umfassende Unterstützung von Kopf bis Fuß und stabilisiert die Haltung sowohl im Stehen als auch beim Gehen. Die Unterstützung lässt sich schrittweise abbauen, um die motorische Entwicklung zu fördern und zu stimulieren.

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NF-Walker

Der Innowalk sorgt für körperliches und emotionales Wohlbefinden

Der Innowalk ist eine Art robotischer Crosstrainer, ein motorisierter Bewegungstrainer für Menschen mit Behinderungen und Bewegungsstörungen. Der Nutzer trägt sein natürliches Gewicht, wird sicher in einer aufrechten Position gehalten und vollführt mit Hilfe eines Motors korrigierte, sich wiederholende (repetitive) Bewegungen der Beine. Wenn man zusätzlich die Armstangen einsetzt, kann der ganze Körper bewegt werden.

Weiterlesen: Fallstudie: Duncan (CP) und sein Innowalk

Schon die aufrechte Haltung allein ist vorteilhaft, aber die Bewegung wirkt sich auf vielfache Weise positiv auf die Gesundheit aus. Körperliche Aktivität fördert den Stoffwechsel und bringt viele andere gesundheitliche Vorteile mit sich. Wie der
NF-Walker verfügt auch der Innowalk über ein individuell angepasstes Ganzkörper-Stützsystem für eine komfortable und sichere stehende Haltung.

Von dem Gerät profitieren Menschen mit jedem motorischen Funktionsgrad, bei denen die Förderung körperlicher Aktivität zur Erlangung von mehr Kraft und Stabilität im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel in der Rehabilitation. Die Gelenkbeweglichkeit der unteren Extremitäten kann verbessert und der Muskeltonus kann beeinflusst werden. Eine eigenständige Steh- und Gehfähigkeit ist für die Nutzung des Innowalk nicht erforderlich.

Innowalk

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen dem NF-Walker und dem Innowalk?

Der NF-Walker ist ein Hilfsmittel, um sich fortzubewegen. Es handelt sich also um eine Mobilitätshilfe, mit der das Kind von A nach B kommen kann. Wenn das Kind den NF-Walker zum ersten Mal benutzt, kann es möglicherweise noch nicht laufen. Aber auch das Stehen ist für den Anfang Herausforderung genug. Gehen ist eine komplexe Aufgabe, und wie mobil das Kind schließlich sein wird, hängt natürlich auch von seiner Kraft und dem Grad seiner körperlichen Einschränkung ab. Es kann einige Zeit dauern, bis es herausgefunden hat, wie das Gehen funktioniert, und kräftig genug dafür ist. Einige Kinder können schon bei der ersten Anpassung gehen, während andere sich erst nach und nach daran gewöhnen. Wichtig ist, dass das Kind die Möglichkeit bekommt, es auszuprobieren.

Der Innowalk ist ein stationärer, robotischer Bewegungstrainer, der dem Kind motorisierte Unterstützung bei der Bewegung bietet. Damit kann das Kind repetitive Bewegungen ausführen, die es ohne Unterstützung nicht ausführen kann. Für manche Kinder ist das der einzige Weg zu ausreichend Bewegung und Aktivität im Alltag, weil sie sonst den Großteil ihrer Zeit sitzend im Rollstuhl verbringen.

Beide Geräte wurden für Kinder mit schweren Behinderungen entwickelt und können schon ab einem Alter von 12 Monaten eingesetzt werden. Etwa in diesem Alter unternimmt ein Kind normalerweise die ersten Steh- und Gehversuche.

Welches Produkt passt zu meinem Kind?

Ob man sich besser für einen NF-Walker oder einen Innowalk entscheidet, hängt davon ab, welche Bedürfnisse das Kind und seine Familie haben. Für manche Kinder ist es sogar gut, beide Geräte zu haben, da sie unterschiedlich sind und sich gegenseitig ergänzen.

Sie sollten sich unter anderem fragen, welchem Zweck das Gerät dient, welche Möglichkeiten das Kind hat, wo das Gerät eingesetzt wird, wer das Kind bei der Benutzung des Gerätes unterstützen wird und welche anderen Hilfsmittel das Kind noch besitzt.

Sie können sich zur Orientierung folgende Fragen stellen:

1. Mit welchem Ziel wird das Gerät eingesetzt?

ZIEL:
Ihr Kind soll von A nach B kommen können und dabei weniger auf die Unterstützung anderer angewiesen sein? 
LÖSUNG: Der NF-Walker könnte die richtige Wahl sein.

ZIEL: Sie wollen für mehr körperliche Aktivität sorgen, da Ihr Kind schwer behindert ist und die meiste Zeit sitzend im Rollstuhl verbringt?
LÖSUNG: Der Innowalk könnte die richtige Wahl sein, um körperliche Aktivität unter sicheren Bedingungen und in korrigierter Haltung zu ermöglichen.

ZIEL: Ihr Kind verliert aufgrund seiner Erkrankung seine Gehfähigkeit und läuft Gefahr, Kontrakturen in den unteren Extremitäten zu entwickeln?
LÖSUNG: Auch dann ist der Innowalk möglicherweise die richtige Wahl, um die Gelenkbeweglichkeit auf sichere und komfortable Weise zu fördern und gleichzeitig für körperliche Aktivität zu sorgen.

Weiterlesen: [Video] Niels konnte seine Kontrakturen mit dem Innowalk in nur einem Jahr deutlich reduzieren.

2. Wo soll das Gerät eingesetzt werden?
Wenn Sie nur wenig Platz haben und die Möglichkeiten begrenzt sind, mit Ihrem Kind nach draußen zu gehen, ist der Innowalk möglicherweise die richtige Wahl. Er beansprucht wenig Platz, ermöglicht dem Kind aber reichlich Bewegung.
3. Mein Kind ist ein Entdecker! Gibt es ein Gerät, das es auch im Kindergarten nutzen kann?
Hier könnte der NF-Walker genau das Richtige für Ihr Kind sein. Damit kann es auch im Kindergarten mit Gleichaltrigen spielen - drinnen und draußen. Dabei bleiben die Hände frei, so dass es an vielen Aktivitäten teilnehmen kann. Sogar Ballspielen ist möglich.

Für manche Kinder ist es am besten, beide Geräte zu haben. Mit dem NF-Walker können sie sich im Kindergarten umherbewegen und mit ihren Freunden spielen, und  zuhause sorgt der Innowalk für mehr körperliche Aktivität, wenn die Familie darauf Wert legt.

Einige Kinder trainieren zunächst mit dem Innowalk ihre Motorik, die Kopf- und Rumpfkontrolle. Wenn dann die Voraussetzungen für selbständige Bewegung geschaffen sind, wechseln sie zu einer Gehhilfe.

Wie Sie sehen, sind der NF-Walker und der Innowalk zwei ganz verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Zielsetzungen, die sich aber gegenseitig ergänzen, ein Maximum an Aktivität und Teilhabe zu ermöglichen.

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Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.