Die in der Therapie mit dem Innowalk Pro erzielten Verbesserungen waren größer als bei der Intervention mit dem Laufband. Sowohl der 10-Meter-Test als auch der 6-Minuten-Test und die Faktoren für Spaß und Anstrengung lassen darauf schließen, dass der Innowalk Pro das Laufband-Training deutlich in den Schatten stellt.

Malte StahlDer Hamburger Physiotherapeut Malte Stahl hat gerade seine Masterarbeit an der Universität Krems (Österreich) abgeschlossen. Seit 2012 arbeitet er an einer Schule für Schüler mit motorischen Entwicklungsstörungen in Hamburg. Zuvor arbeitete er in einer Klinik mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlichsten Diagnosen. Hier stieß er zum ersten Mal in der Rehabilitation auf Robotergeräte und erkannte die Vorteile repetitiver Bewegungen.

Wir haben Malte Stahl gebeten, seine Erfahrungen mit dem Innowalk Pro und die Ergebnisse seiner Pilotstudie (Masterarbeit) mit uns zu teilen.

Was war der Grund für die Durchführung einer Pilotstudie zum Innowalk Pro für Ihre Masterarbeit?

Als ich den Innowalk Pro zum ersten Mal sah, war ich fasziniert von den Bewegungsmöglichkeiten eines Bewegungstherapiegeräts, das so wenig Platz braucht! Dies ist ein toller Vorteil und ermöglicht es, diese Art der Therapie im schulischen Umfeld durchzuführen. Ein weiterer Grund für die Entscheidung, sich auf den Innowalk Pro zu konzentrieren, war die Möglichkeit, den Hüftbereich von Kindern mit Zerebralparese zu mobilisieren.

Was war das Ziel der Pilotstudie?

Ziel war es, die Akzeptanz und Durchführbarkeit einer klinischen Folgestudie zu erreichen, in der die Wirksamkeit des Bewegungstherapiegeräts Innowalk Pro bei Kindern mit Zerebralparese (GMFCS Stufe II & III) im Vergleich zu einem körpergewichtgestützten Laufbandtraining unter besonderer Berücksichtigung der Mobilität ermittelt wurde.

Welche Methode haben Sie gewählt, und was waren die Gründe?

Ich habe mich für eine randomisierte Cross-Over-Design-Studie entschieden und 6 Kinder mit Zerebralparese und GMFCS-Stufe II und III im Alter von 12 bis 15 Jahren eingeschlossen.
Die Teilnehmer absolvierten einen vierwöchigen Interventionszeitraum mit dem Innowalk Pro und einen vierwöchigen Interventionszeitraum mit Laufbandtraining. Jeder Interventionszeitraum umfasste insgesamt zwölf Trainingseinheiten.

Die Probanden wurden randomisiert und erhielten eine zweiwöchige Washout-Phase zwischen den Behandlungsblöcken. Das primäre Ergebnis war die „Gehgeschwindigkeit“. Der darauffolgende Test wurde verwendet, um diese Ergebnisse zu messen:

  • 10-Meter-Gehtest
  • 6-Minuten-Gehtest
  • Zeitlich festgelegter Steh-auf-und-geh-Test

Die Messungen wurden vor und nach jedem Behandlungsblock (4 Wochen) durchgeführt.

Das sekundäre Ergebnis war die „Summe der Schritte im Alltag“ und wurde mit einem Schrittsensoriktest gemessen.

Während jeder Trainingseinheit wurden folgende Elemente aufgezeichnet:

  • Spaßfaktor
  • Distanz
  • Geschwindigkeit
  • Eventualitäten und Schwierigkeiten

Die Eltern der am Pilotprojekt teilnehmenden Kinder erhielten nach jedem vierwöchigen Interventionszeitraum einen Fragebogen. Zusätzlich führten die Kinder am Ende des Studienzeitraums einen Fragebogen aus.

Ich habe mich für ein Cross-Over-Design entschieden, weil ich diese Methode für die teilnehmenden Kinder als fair empfinde, da jeder die Möglichkeit hat, beide Trainingsmethoden durchzuführen, in diesem Fall Innowalk Pro-Training und Laufbandtraining.

Darüber hinaus erfordert das Studiendesign weniger Probanden, da jeder Proband seine eigene Kontrollgruppe ist. Dies war ein wichtiger Gesichtspunkt, da die Studie in einem schulischen Umfeld mit wenigen Unterrichtsfächern und wenigen Ressourcen durchgeführt werden sollte.

Was war der theoretische Hintergrund für die Wahl der Methode und der Patientengruppe?

Infantile Zerebralparese (ICP) ist die häufigste Bewegungsstörung bei Kindern und führt in vielen Fällen zu kompensatorischen Bewegungsmustern. Als Hauptgrund für den Verlust der Mobilität wird die Muskelschwäche identifiziert. Robotische Geh- und Bewegungstherapiegeräte bieten die Möglichkeit, eine repetitive aufgabenorientierte Therapie durch Gehbewegungen durchzuführen. Der Nachweis der Wirksamkeit dieser Therapie ist noch sehr vage und es sind noch weitere Studien erforderlich.

Was waren die Ergebnisse der Studie?

Neben dem Schrittsensoriktest scheinen die Auswahl der Interventionen, die Durchführung und die Tests für den Schulalltag geeignet und machbar zu sein.

Mit Ausnahme des 10-Meter-Laufbandtests wurden bei allen drei Tests im Durchschnitt Verbesserungen erzielt. Vergleich des Innowalk Pro mit dem Laufband:

  • Zeitlich festgelegter Steh-auf-und-geh-Test: 12,9 % zu 5,8 %
  • 10-Meter-Gehtest: 7 % bis - 1 %.
  • 6-Minuten-Gehtest: 16 % zu 9 %.

Die Umfrage unter den Kindern ergab einen höheren Spaßfaktor (4,6 bis 4,2) und einen geringeren Kraftaufwand (12,2 bis 13,8) zugunsten des Innowalk Pro.

Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen also, dass mit dem Innowalk Pro mit weniger Kraftaufwand und mehr Spaß ein größerer Nutzen erzielt werden kann als mit einem körpergewichtgestützten Laufbandtraining. Um diese Ergebnisse zu bestätigen und zu verallgemeinern, ist jedoch eine umfassendere klinische Studie erforderlich.

Weiterlesen: Lässt sich eine klinische Wirkung der unterstützten Gehbewegung nachweisen? Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Artikels.

Welche klinischen Implikationen sehen Sie für Ihre Befunde als Kliniker?

Durch meine Pilotstudie fand ich heraus, dass es möglich ist, Forschung in einem alltäglichen schulischen Umfeld zu betreiben. Die Rekrutierung von Teilnehmern ist möglich, da keine zusätzlichen Anstrengungen der Familie erforderlich sind.

Interventionen mit Robotern scheinen den Kindern Spaß zu machen und können eine Ergänzung zur Standardtherapie sein. Die Korrektur des Gangbildes im Innowalk Pro, insbesondere für Kinder mit geducktem Gang, erscheint sinnvoll, um mehr Muskelkraft zu erreichen.

Generell sollte meiner Ansicht nach jedes Kind einzeln bewertet werden und ein geeignetes Therapieprogramm erhalten, das dem Kind und den Zielen und Bedürfnissen der Familie entspricht

New call-to-action

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.