Eine meiner Hauptsorgen als Physiotherapeutin für Kinder ist, dass Kinder mit Behinderungen so viel bewegungslose Zeit in Stühlen und Gestellen verbringen. Es ist besorgniserregend, dass medizinische Bedenken über Symmetrie und Haltung am Ende dazu führen, dass die Kinder sich noch weniger bewegen.

Boy with disability sitting in assitive device.

Kinder brauchen Bewegung

Asymmetrie kann durchaus ein Problem sein. Ein Ungleichgewicht der Hüftmuskulatur kann zu einer Hüftdysplasie beitragen, und eine Asymmetrie des Rumpfes kann Atemprobleme verursachen und die Funktion der inneren Organe beeinträchtigen. Die Haltung sollte also unbedingt berücksichtigt werden, um die Gesundheit langfristig zu erhalten.

Doch Kinder müssen sich bewegen, um ihre grobmotorischen Fähigkeiten entwickeln zu können. Vom Unbeweglichsein hat noch keiner gelernt, seine Muskeln einzusetzen.

Natürlich haben manche Kinder so komplexe Bedürfnisse, dass sie nur bei der Physiotherapie therapeutische Bewegungen ausführen können. Ich zeige unter anderem das therapeutische „Handling“. Dabei demonstriere ich, wie Alltagsbewegungen zum Beispiel beim An- und Ausziehen oder beim Spielen mit dem Kind eine therapeutische Wirkung haben können. Außerdem recherchiere ich, welche Geräte es gibt, und beurteile, ob das eine oder andere für die Patientin oder den Patienten geeignet sein könnte.

 

Die eigenen Fähigkeiten optimal einsetzen

Therapeutisches Handling bedeutet, eine Person so zu bewegen, dass sie ihre Fähigkeiten optimal einsetzt. Dabei wird besonders darauf geachtet, keine abnormen Bewegungsmuster zu fördern, die den Zustand verschlechtern könnten. Der Physiotherapeut setzt das therapeutische Handling ein und zeigt auch den Eltern oder Betreuern, wie man es anwendet.

Sie lernen zum Beispiel, wie sie das Kind beim An- oder Ausziehen im Sitzen unterstützen können. Das Kind muss selbst die Bewegungen ausführen, die es ausführen kann, um eine Position auch gegen die Schwerkraft zu halten oder auf passive Bewegungen der Extremitäten zu reagieren. Das An- bzw. Ausziehen erfolgt mindestens zweimal täglich, das Kind erhält also mindestens zweimal täglich eine therapeutische Maßnahme. Es kann etwas Zeit und einige Übung in Anspruch nehmen, bevor Sie den Dreh raushaben. Aber mit der Zeit werden Sie feststellen, dass das Kind auf einmal weniger Unterstützung benötigt als am Anfang, oder dass es aktiv mithilft, indem es zum Beispiel die Arme bewegt, was es vorher nicht getan hat.

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Manchmal übersteigt das therapeutische Handling bei den Therapiesitzungen jedoch die Möglichkeiten eines einzelnen Elternteils oder Betreuers. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Therapeut die Hüfte oder den Rumpf stützen muss, während eine weitere Person hilft, eine Schrittbewegung auszuführen.

Körperliche Aktivität mit dem Innowalk

Ein Gerät, das ich in letzter Zeit bei meinen Patienten eingesetzt habe, ist der Innowalk. Es handelt sich hierbei um ein unterstützendes motorisiertes Trainingsgerät, das Nutzern mit komplexen körperlichen Behinderungen die Möglichkeit gibt, körperliche Aktivität in einer aufrechten Position unter Gewichtsübernahme zu erleben.

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Der Innowalk ist wie ein Stehgestell – er dehnt die Muskeln und bewegt die Beine (und bei den größeren Modellen auch die Arme) in aufrechter Position unter Gewichtsübernahme, was verschiedene Vorteile mit sich bringt. Auch seine Größe entspricht in etwa der eines Stehgestells, man benötigt dafür also ungefähr genau so viel Platz in der Wohnung. Man beginnt in der sitzenden Position, damit der Nutzer in den Innowalk gehoben werden kann. Wenn alle Gurte befestigt sind, bewegt das Gerät den Nutzer in eine stehende Position und beginnt der Bewegung der Arme und Beine. Das Gerät selbst ist statisch und sieht ähnlich aus wie ein Crosstrainer. Es steht fest, während der Nutzer sich bewegt.

Kindern gefällt daran vor allem, dass der Innowalk wie ein Fitnessgerät aussieht, und dass sie sich darin durchgehend bewegen können, ohne von jemandem festgehalten zu werden. Der Innowalk übernimmt am Anfang die ganze Arbeit. Sobald der Nutzer jedoch Fortschritte macht, registriert das Gerät, wenn er selbst aktiv ist, und zeigt diese Information auf dem Display an - das ist eine starke Motivation.

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Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.