Es wurde festgestellt, dass mangelnde körperliche Aktivität den viertgrößten Mortalitätsfaktor darstellt.

Girl in assistive device and bobles!  Hwat do we know about physical activity and cerebral palsy?

Aus der Literatur über Zerebralparese (CP) und körperliche Aktivität lässt sich entnehmen, dass Kinder, Heranwachsende und Erwachsene mit Zerebralparese weniger körperlich aktiv sind, als andere Menschen. Es besteht außerdem ein wesentlicher Zusammenhang zwischen den grobmotorischen Fähigkeiten und der Teilnahme an bzw. Häufigkeit von körperlicher Aktivität. Je höher der Funktionsgrad nach dem System zur Klassifizierung der grobmotorischen Fähigkeiten (Gross Motor Function Classification System, GMFCS), desto seltener die Teilnahme an körperlicher Aktivität.1

Außerdem ist zu beobachten, dass Personen mit einem GMFCS-Funktionsgrad von I bis III einer größeren Vielfalt von körperlichen Aktivitäten nachgehen als zum Beispiel Kinder mit einem GMFCS-Funktionsgrad von IV bis V, die überwiegend schwimmen und reiten.2 Studien weisen zudem darauf hin, dass Menschen mit Zerebralparese zwischen 76 und 99 Prozent ihrer Zeit im Sitzen verbringen, was das Risiko von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.3

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Worauf sollten Physiotherapeuten sich konzentrieren?

Diese Erkenntnisse deuten insgesamt darauf hin, dass Physiotherapeuten, die mit Kindern und Erwachsenen mit CP arbeiten, sich darauf konzentrieren sollten, den Umfang der körperlichen Aktivität zu bestimmen. Um eine Gesamteinschätzung zu erhalten, sollte auch berücksichtigt werden, wie viel Zeit im Kindergarten oder in der Schule und in der Freizeit im Sitzen verbracht wird. Dann können geeignete Maßnahmen initiiert werden, um einen aktiven Lebensstil zu fördern, der sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

In der Planungsphase ist es sinnvoll, der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zu folgen, um die Möglichkeiten und einschränkenden Faktoren im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten zu evaluieren. Dabei sollten Sie Faktoren wie den physischen Funktionsgrad, das Aktivitätsniveau und die Beteiligung bewerten, aber auch den Einfluss des sozialen Umfelds und persönliche Faktoren.4

Eine schwedische Studie ergab, dass es für die zu ihren Erfahrungen mit körperlicher Aktivität befragten Kinder mit CP ein positiver Faktor ist, wenn sie selbst entscheiden oder sich für etwas einsetzen können. Sie gaben außerdem an, dass die Beteiligung und Unterstützung ihrer Familie sehr wichtig sei, wenn es darum ginge, eine Aktivität auszuwählen. Ebenfalls als besonders wichtig wurde der Zugang zu Aktivitäten vor Ort eingestuft. Den Wünschen der Kinder nach zu urteilen sollten Aktivitäten zudem nach Möglichkeit das Gefühl von Geschwindigkeit beinhalten und gemeinsam mit der Familie und Freunden durchgeführt werden können.5

Die Ergebnisse der Studie bestätigen, wie wichtig es ist, die Kinder bei der Festlegung der Möglichkeiten und einschränkenden Faktoren im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität und der Reduzierung von sitzendem Verhalten eng mit einzubeziehen. Das Kind sollte außerdem die Gelegenheit haben, verschiedene Aktivitäten auszuprobieren und herauszufinden, welche für das Kind selbst und seine Familie relevant, sinnvoll und machbar sind. Das können zum Beispiel Aktivitäten im häuslichen Umfeld, im Kindergarten oder in der Schule sein, bei denen Bewegung eine Rolle spielt, aber auch organisierte sportliche Aktivitäten.

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Wie viel körperliche Aktivität wird empfohlen?

Ein Übersichtsartikel aus den Niederlanden enthält die Empfehlung, dass Kinder mit CP moderaten bis intensiven körperlichen Aktivitäten nachgehen sollten. Ein gutes Ziel ist es, solchen Aktivitäten täglich eine Stunde an fünf Tagen in der Woche zu widmen. Darüber hinaus wird empfohlen, sitzendes Verhalten auf maximal zwei Stunden täglich zu beschränken. Der Artikel geht von einem GMFCS-Funktionsgrad von I bis III aus, es sind aber auch Empfehlungen für die Funktionsgrade IV und V enthalten.3 Es wird auch darauf hingewiesen, dass Kinder und Heranwachsende mit CP gesundheitlich am meisten profitieren, wenn sie körperlicher Aktivität im empfohlenen Maße nachgehen und sitzendes Verhalten reduzieren. Der Artikel unterstreicht dabei die Erkenntnis, dass häufiges und vor allem langes und ununterbrochenes Sitzen sich unmittelbar schädlich auswirkt.3 Es ist vor allem für Kinder und Heranwachsende mit GMFCS-Funktionsgrad IV und V sehr vorteilhaft, das Sitzen regelmäßig durch leichte körperliche Aktivität zu unterbrechen.

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Sources:

1Bult, M. K., Verschuren, O., Jongmans, M. J., Lindeman, E., & Ketelaar, M. (2011). What influences participation in leisure activities of children and youth with physical disabilities? A systematic review. Research in Developmental Disabilities, 32(5), 1521-1529. doi:http://dx.doi.org/10.1016/j.ridd.2011.01.045

2Lauruschkus, K., Westbom, L., Hallström, I., Wagner, P., & Nordmark, E. (2013). Physical activity in a total population of children and adolescents with cerebral palsy. Research in Developmental Disabilities, 34(1), 157-167. doi:http://dx.doi.org/10.1016/j.ridd.2012.07.005

3Verschuren, O., Peterson, M. D., Balemans, A. C. J., & Hurvitz, E. A. (2016). Exercise and physical activity recommendations for people with cerebral palsy. Developmental Medicine & Child Neurology, 58(8), 798-808. doi:10.1111/dmcn.13053

4Vargus-Adams, J. N., & Majhttp://apps.who.int/iris/bitstream/10665/44399/1/9789241599979_eng.pdfnemer, A. (2014). International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) as a Framework for Change: Revolutionizing Rehabilitation. Journal of Child Neurology, 29(8), 1030-1035. doi:10.1177/0883073814533595

5Lauruschkus, K., Nordmark, E., & Hallström, I. (2015). 'It's fun, but ...' Children with cerebral palsy and their experiences of participation in physical activities. Disability & Rehabilitation, 37(4), 283-289. doi:10.3109/09638288.2014.915348

Helsedirektoratet. (2016). Anbefalinger fysisk aktivitet,. Hentet fra https://helsedirektoratet.no/folkehelse/fysisk-aktivitet/anbefalinger-fysisk-aktivitet

World Health Organization, W. h. (2010). Global recommendations on physical activity for health. Hentet fra http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/44399/1/9789241599979_eng.pdf

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.