Zyan ist ein 7-jähriger Junge und ein richtiger Strahlemann, der es liebt in seinem Gehtrainer Xplore sein Heimatdorf zu erkunden. Seine größte Freude ist dabei die Gänse und Hühner der Nachbarn zu besuchen. 

„Während eines 3D-Ultraschalls im siebten Monat wurden bei Zyan verschiedene Fehlbildungen festgestellt, so dass wir uns auf das Schlimmste gefasst machen mussten, die Ärzte rieten sogar zum Abbruch der Schwangerschaft“, erzählt uns seine Mutter Gezal in einem Interview. „Es ist wohl ein Gendefekt, aber bis heute können die Ärzte nicht sicher sagen, was es ist.“ 

„Der Umgang und die Akzeptanz der Familie war von Anfang an das wichtigste, wir haben uns auf das Schlimmste eingestellt und wir haben ihn mit offenen Armen empfangen“, berichtet seine Mutter Gezal, „und letztlich ist nicht so schlimm gekommen wie vorhergesagt. Sicherlich war es am Anfang schwer. Doch Tag für Tag sind wir in die Aufgabe hineingewachsen. Wir lieben ihn wie er ist, er ist unser Sonnenschein und ein richtiger Strahlemann. Wir wissen auch, dass er ein Leben lang auf Hilfe angewiesen sein wird.“ Daher ist es für die Familie wichtig, Zyan immer mitten im Geschehen zu haben und mit ihm mobil sein zu können.  

Der Wunsch nach Mobilität war von Anfang an groß 

Besonders der Wunsch nach Mobilität war von Anfang an groß, so dass die Familie vieles unternahm, um Zyan Mobilität zu ermöglichen. Gezal erzählt uns, dass sie sehr viel im Internet recherchiert hat und es auch heute noch tut, um Informationen darüber zu erhalten, welche Möglichkeiten und Unterstützung es für Kindern mit Behinderung gibt. Daher bekam Zyan mit drei Jahren auch eine intensive Petö-Therapie, die er vor 2 Jahren beendet hat, und macht aktuell eine Neuroaktive Reflextherapie. Außerdem wurde er gut mit verschiedenen Hilfsmitteln versorgt. 

Zyans erste Gehhilfe war der NF-Walker. Auf den NF-Walker ist Gezal damals durch eigene Recherche im Internet gestoßen. Im Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) hat man ihr allerdings die Auskunft gegeben, dass der NF-Walker als Gehhilfe für Kinder mit einer spastischen Behinderung konstruiert sei und Zyan nicht in das Muster fällt. Dennoch hat sie nicht aufgegeben und die Gehhilfe bei der Krankenkasse beantragt und sie wurde auch bewilligt. 

Den NF-Walker hat Zyan dann Anfang 2018 bekommen. „Hier mussten wir sehr viel mit Zyan üben“, erinnert sich Gezal. „Wir mussten es ihm zeigen und immer wieder mit ihm arbeiten – sogar Nachbarn und Freunde und deren Kinder haben mit Zyan geübt. Doch anfangs stand er immer nur im NF-Walker und hat sich nicht bewegt. Nach einiger Zeit und einer Woche Pause – wir waren im Urlaub – hat es dann klick gemacht.“ Gezal hat ihn nachmittags in den Gehtrainer NF-Walker gestellt und dann ist Zyan erstmals losgelaufen.  

Daher war der Umstieg auf den Xplore direkt kinderleicht. Zyan kannte die Bewegungen bereits und ist er mit dem Xplore – als er diesen im November 2020 bekommen hat – direkt losmarschiert.  

XPLORE
Der Xplore ist ein Gehtrainer für Kinder mit komplexen Bewgungsstörungen, die nicht in der Lage sind, ihr eigenses Körpergewicht selbständig zu tragen. Sie können dank des Xplore autonom stehen und länger gehen. Er ermöglicht ihnen mehr Mobilität und Teilhabe.

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Der Umstieg von einem Gehtrainer zum anderen war ganz einfach 

„Ich war schon gespannt, wie er den neuen Gehtrainer annehmen würde, vor allem da das Gerät auch neu auf dem Markt war. Doch ich habe ihn hineingestellt und er ist losgelaufen“, erinnert sich Gezal. „Empfohlen wurde uns dieser übrigens von unserem Made for Movement-Betreuer.“  

Im Xplore sitzt Zyan auf einer Art Fahrrad-Sattel und kann mehr Aktivität zeigen und auch länger im Gerät verbleiben. Wenn er müde wird, lässt er sich einfach fallen. Das ist für seine Mutter auch in Ordnung. 

Wie lange nutzt Zyan den Gehtrainer Xplore?  

Täglich übt Zyan zirka eine Stunde im Xplore. Manchmal auch länger, je nachdem welche Unternehmung geplant ist. Am liebsten ist er damit draußen. Dann geht er mit dem Xplore seine Runde durch das Heimatdorf, besucht die Tiere der Nachbarn und trifft sich mit den Nachbarskindern zum Spielen.   

Wenn es ihm zu viel wird, macht er dies durch Gestik und Mimik klar und dann holt ihn seine Mutter aus dem Gerät. 

Auch seine Schwester Dilan (5 Jahre) spielt gerne mit Zyan und dem Xplore. Dann stellt Dilan sich hinten auf den Xplore und es geht durch das Haus: Die Kinder spielen Busfahren. „So erschaffen sie sich ihre eigene Welt“, lacht Gezal.  

Stärkere Muskeln und mehr Mobilität 

Da Zyan vor der Versorgung mit dem Xplore bereits den NF-Walker nutzte, benötigt er nun weniger Unterstützung, sodass eine Gehhilfe ohne Schienenführung eingesetzt werden kann. Die Kombination aus zielgerichteter Mobilität und guter Korrektur soll Zyan helfen, seine Beine besser zu spüren, um diese gezielt einzusetzen. 

Seine Mutter erzählt uns daher voll Freunde, dass sich das regelmäßige Training sehr positiv ausgewirkt hat und die Muskeln in den Beinen deutlich gestärkt wurden. Er kann nun seine Beine besser strecken und auch seine Ataxie ist besser geworden. Bewegungen, die für Zyan vorher kaum möglich waren, schafft er nun fast alleine, zum Beispiel auf das Sofa oder auf sein Bett hoch zu klettern. Der Muskelaufbau ist deutlich sichtbar und verhilft ihm mit diesem Hilfsmittel sich selbstständig fortzubewegen und zu laufen. Zyan, der sich sonst nur robbend oder rollend auf dem Fußboden fortbewegen kann, kann so mit Kindern in seinem Alter auf Augenhöhe sein. „Das ist für Zyan ein wahnsinniges Freiheits- und Glücksgefühl gleichzeitig,“ freut sich seine Mutter.  

„Außerdem bringt der Xplore den Kreislauf in Schwung und auch in seinem Kopf passiert ganz viel“, berichtet Gezal ganz begeistert. „Sobald er in die aufrechte Haltung kommt, bemerkt man sofort, dass er sich verändert, er ist dann ein ganz anderer Junge. In der Aufrechten sehe ich, dass er ganz klar eine Orientierung hat und auch die Richtung vorgibt, wohin er möchte. Seine Aufmerksamkeit verbessert sich und wenn es nicht nach seinem Kopf geht, dann schaltet er den Rückwärtsgang ein. So kann er seinen Willen ausdrücken.“ 

Auch die Erwartungen der Familie haben sich erfüllt 

Heute nimmt ihn die Familie überall hin mit Dafür nutzt die Familie in erster Linie einen Rollstuhl. Auf Ausflüge und in den Urlaub, solange es geht, ist er immer dabei. Die neuen Hilfsmittel machen es noch einfacher.  

Im Januar 2021 hat Zyan noch ein Geschwisterchen bekommen. „Die kleine Schwester tut ihm gut“, freut sich Zyans Mutter. „Die beiden Schwestern bringen Struktur und Normalität in die Familie und auch in Zyans Leben. Gewöhnlich fixieren sich Eltern, die ein Kind mit Behinderung haben, auf dieses und neigen dazu dieses über zu behüten. Doch wenn Geschwister ins Spiel kommen, wird man durch diese zurück ‚ins wahre, ins normale Leben‘ geholt. Das tut der ganzen Familie gut und besonders Zyan.“ 

Neben dem Training in den Gehilfen, hat Zyan einmal wöchentlich jeweils Krankengymnastik und Ergotherapie sowie Sprachtherapie. Dies findet alles in der Schule statt.

Zyan geht in eine Förderschule und ist mit sieben weiteren Kindern in der Klasse. Alle Kinder haben einen unterschiedlichen Förderbedarf. „Für Zyan bedeutet dies, dass er mit Kindern in der Schule ist, die auch ein Handicap haben. Ich denke, das schönste für Zyan in der Schule ist, dass er mit Kindern zusammen sein kann, die ihm nicht in allen Bereichen überlegen sind und die ihm auf Augenhöhe begegnen!“ erklärt uns Gezal. 

In der Schule steht weiterhin der NF-Walker als Zweit-Versorgung. Doch hauptsächlich ist Zyan mit dem Xplore unterwegs. Mit diesem Gehtrainer ist er deutlich aktiver und mobiler. Der Xplore ist super für draußen und um die Welt zu entdecken.

Einfache und schnelle Handhabung des Xplore 

„Zeit ist keine Ausrede“, versichert Gezal. „Der Xplore ist einfach zu handhaben. Meist hat Zyan die Orthesen und Schuhe schon an und ich kann ihn einfach anheben und reinsetzen. Oben noch schnell die Gurte zumachen und es kann losgehen.“ Daher hat Gezal wenig Verständnis für Eltern, die sagen, dass sie keine Zeit haben für dieses Gerät. Sie erklärt den Eltern dann immer, wie einfach es geht und dass man anderen Kinder auch die Schuhe an- und ausziehen müsse. Damit vergleicht sie den Xplore. Vor allem, wenn Kinder mit Behinderung bereit sind zu Laufen und dies gerne machen wollen, sollten Eltern dies fördern. Außerdem werden auch die Eltern immer schneller, auch hier hilft das tägliche Üben, das zu Routine wird und schließlich zu Normalität. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihres Kindes? 

„Ich wünsche mir, dass Zyan in seinen Grundbedürfnissen so selbstständig wird wie möglich.  Das bedeutet für mich, das Laufen mit seinen Geräten, Toilettengang ohne Hilfe und hoffentlich auch irgendwann alleine Essen. Wenn er in diesen drei Bereichen selbstständiger wird, wären dies das Schönste, was ihm und auch mir passieren könnte.“ 

Ganz wichtig aus Gezals Sicht sind Geduld und Kontinuität. Bei Zyan hat sie bemerkt, dass er sich stetig weiterentwickelt hat. Es gab nie einen Schritt rückwärts, auch wenn manchmal lange nichts passiert ist, irgendwann gab es wieder einen Schritt nach vorne. Daher will sie Eltern, die ein Kind mit Behinderung haben, mit Zyans Geschichte Mut machen und rät ihnen dazu nie aufzugeben, denn irgendwann zahlt es sich aus. 

Mobilität und Teilhabe mit dem Gehtrainer Xplore! 

Erfahren Sie in diesem Video, wie der Xplore funktioniert, für wen er gedacht ist und wie man ihn nutzt. 

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Trine Roald - Public Relations – Head of Marketing

Trine Roald - Public Relations – Head of Marketing

Trine Roald verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Erfahrung in verschiedenen Branchen, von denen ihr aber noch keine so am Herzen gelegen hat, wie ihre Arbeit bei Made for Movement. Hier kann sie für diejenigen etwas bewegen, die es am meisten brauchen. Deshalb setzt sie sich als Head of Marketing bei Made for Movement mit Leidenschaft dafür ein, andere mit Stories und Know-How darüber zu informieren, wie die Lebensqualität von Menschen mit schweren Behinderungen verbessert werden kann.