Eine neue prospektive kontrollierte Studie hat ergeben, dass das robotergestützte Gangtraining in der Rehabilitation (Innowalk Pro) im Vergleich zur Standard-Physiotherapie in der Kinderreha schnellere und bessere Ergebnisse im Hinblick auf die Entwicklung der Muskelkraft, des Gleichgewichts, der Gehgeschwindigkeit und der Kondition liefert.

An der Studie waren 24 Kinder mit spastischer hemiparetischer Zerebralparese (GMFCS I und II) Die Untersuchung ergab, dass mit dem robotergestützten Gangtraining (RGT) insbesondere in folgenden Bereichen schnellere und bessere Ergebnisse erzielt werden konnten als mit dem Standard-Physiotherapieprogramm:

- Funktionelle Muskelkraft
- Gleichgewicht
- Gehgeschwindigkeit
- Kondition
- Funktionelle Gehleistung

Das robotergestützte Gangtraining kann für ein aerobes Training bei Kindern mit hemiparetischer Zerebralparese eingesetzt werden, um die Gehgeschwindigkeit zu steigern, die für die Funktionalität und Teilhabe im Alltag eine wichtige Rolle spielt. Die Studie ergab außerdem, dass das robotergestützte Training nach Möglichkeit regelmäßig durchgeführt werden sollte, um alle erreichten Verbesserungen zu erhalten.

Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Gait & Posture veröffentlicht (Ausgabe 70 (2019), 397-402).
Den vollständigen Artikel „Effects of robotic rehabilitation on walking and balance in paediatric patients with hemiparetic cerebral palsy“ finden Sie hier.

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung:

Einführung

Eine Zerebralparese ist eine Gruppe von nicht-progredienten Bewegungsstörungen im Zusammenhang mit einer Hirnverletzung. Die Erkrankung beeinflusst die Entwicklung von Motorik und Haltung und führt zu Aktivitätseinschränkungen. Die am weitesten verbreitete Form der spastischen Zerebralparese ist die hemiparetische Zerebralparese, die durch motorische und/oder sensorische Einschränkungen der Extremitäten an einer Seite des Körpers gekennzeichnet ist. Das Gangbild ist auffällig. Die Gehgeschwindigkeit, das Gleichgewicht sowie fortgeschrittene funktionelle Fähigkeiten sind beeinträchtigt.

Mit der Studie sollte herausgefunden werden, wie sich ein robotergestütztes Gangtraining auf das funktionelle Gehen, das Gleichgewicht, die Muskelkraft und die periphere Sauerstoffversorgung von Kindern mit hemiparetischer Zerebralparese auswirkt.

Methodik

24 Kinder mit hemiparetischer Zerebralparese (GMFCS I bis II, davon 20 mit GMFCS I und 4 mit GMFCS II) im Alter von 5 bis 12 Jahren nahmen an der prospektiven kontrollierten Studie teil. Bei 12 Patienten wurde zusätzlich zum physiotherapeutischen Standard-Rehabilitationsprogramm dreimal wöchentlich in Einheiten von je 30 Minuten ein robotergestütztes Gangtraining durchgeführt.

Das Standard-Rehabilitationsprogramm beinhaltete funktionelle Kräftigungsübungen für die Antigravitationsmuskulatur der unteren Extremitäten, Dehnungsübungen für die Beugemuskeln von Knie und Hüfte, Plantarflexoren und Adduktoren, Hockübungen, Treppensteigen, funktionelles Greifen, Gleichgewichtstraining mit dem Balance-Board und das Stehen auf einem Bein.

Für das robotergestützte Gangtraining wurde der Innowalk Pro eingesetzt. Das Training im Innowalk Pro wurde als aerobes Training durchgeführt und zielte auf ein HR-Intervall zwischen 55 bis 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz ab.

Die Evaluation erfolgte vor der Therapie, unmittelbar im Anschluss (nach der 12-wöchigen Maßnahme) und drei Monate nach der Therapie.

Ergebnisse

Die Auswertungen nach der Therapie ergaben verschiedene interessante Befunde:

  • Ein Sechs-Minuten-Gehtest (6MWT) ergab, dass die zurückgelegte Strecke dreimal so lang war wie in der Kontrollgruppe
  • Die Bewertung der grobmotorischen Funktionen für das Gehen und Stehen hatte sich in der Studiengruppe erheblich verbessert, während sich in der Kontrollgruppe nur die Leistung im Stehen verändert hatte.
  • Die Evaluation der funktionellen Muskelkraft der unteren Extremitäten (seitlicher Step-up-Test, Sit-to-Stand-Test, Half kneeling-Standing-Test) ergab wesentliche Verbesserungen in der Studiengruppe für alle Parameter, außer beim Stand aus dem Halbkniestand (auf der paretischen Extremität).
  • Die Sauerstoffversorgung der Muskulatur nahm bei 9 Patienten in der Studiengruppe und bei 5 Patienten in der Kontrollgruppe zu.

Die Evaluation 3 Monate nach der Therapie ergab, dass die bemerkenswerte Steigerung von Geschwindigkeit und Ausdauer (6MWT) bei der Studiengruppe nicht erhalten geblieben war. Die verbesserte Sauerstoffversorgung der Muskulatur war in der Mehrheit der Gruppe (bei insgesamt 8 von 9 Patienten) noch vorhanden. Die Dauer des Stehens auf der paretischen Extremität verbesserte sich weiter. Die Verbesserungen beim Gleichgewicht blieben erhalten. Die Motorik und die funktionelle Muskelkraft verbesserten sich weiter oder blieben erhalten.

Fazit

Die Studie ergab, dass mit dem robotergestützten Gangtraining (RGT) insbesondere in folgenden Bereichen schnellere und bessere Ergebnisse erzielt werden konnten als mit dem Standard-Physiotherapieprogramm:

  • Funktionelle Muskelkraft
  • Gleichgewicht
  • Gehgeschwindigkeit
  • Kondition
  • Funktionelle Gehleistung

Die robotergestützte Bewegungstherapie kann für ein aerobes Training bei Kindern mit hemiparetischer Zerebralparese eingesetzt werden, um die Gehgeschwindigkeit zu steigern, die für die Funktionalität und Teilhabe im Alltag eine wichtige Rolle spielt. Die Studie ergab außerdem, dass das robotergestützte Training nach Möglichkeit regelmäßig durchgeführt werden sollte, um alle erreichten Verbesserungen zu erhalten.

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Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.