Surfen ist eine spannende Aktivität und eine sehr gute Therapie. Es ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Außerdem hat es eine stressreduzierende Wirkung auf die psychische Gesundheit, weil man Fortschritte macht und neue Fähigkeiten erlernt. Und außerdem hat man noch einen Mordsspaß dabei.

Becca ist ein nettes und sehr aktives Mädchen aus Cheshire in England. Sie nutzt den Innowalk, einen roboterassistierten Gehtrainer, weil sie wegen ihrer Zerebralparese eine Querschnittlähmung hat. So erfuhren wir davon, dass sie mit ihrer Zwillingsschwester im „Wave Project“ surft. Letztes Jahr verbrachte die Familie ihre Ferien in Croyde in Devon, und dort probierte Becca zum ersten Mal das Surfen aus. Die tapfere Zehnjährige liebt das Wave Project, denn hier kann sie in einem sicheren und positiven Umfeld mit ihrer Schwester und ihren Freunden zusammen sein und Spaß haben. Das Surferlebnis hat ihr Selbstvertrauen gestärkt, und sie ist viel selbstbewusster geworden.

Ich glaube, es ist das Tollste, das ich je erlebt habe! – sagt Becca.

Becca surfing and smiling

Was sind die Vorteile der Surftherapie?

Die Surftherapie soll jungen Menschen dabei helfen:

  • Sich selbst positiv zu sehen
  • Ihre Resilienz zu stärken
  • Ein starkes Selbstbewusstsein und ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln
  • Das „soziale Wohlbefinden“ zu verbessern, weil Freundschaften geschlossen und soziale Beziehungen eingegangen werden
  • Ihre Vitalität im Sinne von Fitness, Risikobereitschaft und Lebensfreude zu verbessern

Die Wirkung des Projekts wurde von Anfang an gemessen und evaluiert. In den letzten zehn Jahren wurden Daten von über 3.000 jungen Menschen in Großbritannien erfasst. Das Projekt verfügt also über eine umfangreiche Datenbasis, um Veränderungen anhand von 17 Indikatoren wie Selbstbewusstsein, Resilienz, Zuversicht, soziales Vertrauen, positive Einstellung und Freundschaften zu messen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wave Project einen wesentlichen Beitrag zum Wohlergehen der Zielgruppe leistet.

Das Wave Project hat eine Mission

Das Wave Project ist die weltweit erste Initiative für therapeutisches Surfen und begann im Jahr 2010 in Cornwall als ein Pilotprojekt mit finanzieller Unterstützung des nationalen Gesundheitsdienstes (NHS).

Es ist schon lange bewiesen, dass bei Therapien, die mit bestimmten Aufgaben verbunden sind, die Menschen nicht nur von dem sozialen Miteinander profitieren, sondern auch Vertrauen aufbauen. – Joe McEvoy, NHS-Gesundheitsbeauftragter.

Das Wave Project wurde 2011 als gemeinnütziges Unternehmen gegründet. Seine Mission ist es, jungen Menschen dabei zu helfen, sich selbst zu beweisen, dass sie „es schaffen können!“. Von einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation aus Cornwall hat sich das Unternehmen zu einer in ganz Großbritannien tätigen Organisation entwickelt.

Die Kinder sagen, dass das Wichtigste an ihrer Therapie die freiwilligen Projektmitarbeitenden sind. Sie unterstützen die jungen Surferinnen und Surfer im Wasser und helfen jedem beim Umgang mit den Surfbrettern und den Wellen, wobei die individuellen Fähigkeiten berücksichtigt werden. Die Surfstunden werden von 900 speziell geschulten ehrenamtlichen Surfmentoren in ganz Großbritannien durchgeführt.

Becca surfing with her crew

Heute ist das Wave Project Teil einer wachsenden globalen Bewegung von Surftherapieprogrammen aus der ganzen Welt, die in der International Surf Therapy Organisation organisiert sind. Hier arbeiten Praktiker und Wissenschaftler gemeinsam daran, die Surftherapie als Gesundheitsmaßnahme voranzutreiben.

Das Wave Project finanziert sich durch Spenden. Die auf nationaler Ebene mehrfach ausgezeichneten Surftherapien sind kostenlos für die Teilnehmenden und ihre Familien. Die meisten Unterstützer haben eine Fördermitgliedschaft. Die Fördermitglieder spenden jeden Monat, damit die Leistungen für die junge Zielgruppe durchgehend erbracht werden können. Auch die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten mit eigenem Label über den Online-Shop kommen dem Projekt zugute.

Corona

Zum Zeitpunkt dieses Artikels bietet das Wave Project wegen des Coronavirus vorübergehend keine Surftherapie an. Die Arbeit soll jedoch auf jeden Fall wieder aufgenommen werden, sobald die britische Regierung die Genehmigung dazu erteilt.

Surfen für alle, das ganze Jahr über


Wenn Ihnen das Meer im Winter zu kalt ist, dann fahren Sie doch nach Bristol, denn dort kann man im Surfpark The Wave auch im Winter surfen. In der 150 Meter langen Surflagune hat unabhängig von Alter, Fitness, Lern- oder körperlichen Fähigkeiten mit Sicherheit jeder seinen Spaß.

The Wave

Die Idee zum Bau einer Surflagune hatte der Osteopath, Surfer und Gründer von The Wave Nick Hounsfield im Jahr 2011. Damals erkannte er, dass viele Gesundheitsprobleme durch Bewegungsmangel, die Abkoppelung von der Natur und das Zerbrechen zwischenmenschlicher Beziehungen verursacht werden. Deshalb wollte er einen sicheren und heilen Zufluchtsort für Gesundheit und Wohlbefinden schaffen. Das engagierte Team entwickelte einen inklusiven Lernansatz, der an alle Niveaus und Fähigkeiten angepasst werden kann, und der sowohl das Selbstvertrauen als auch die Surf-Skills verbessert. 

The Wave wurde in Bristol im Oktober 2019 eröffnet.

Wie positiv sich das Surfen auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt, weiß man in der Surfer-Community schon lange. Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass Surfen einfach gesund ist! Im Blog von The Wave finden Sie eine interessante Übersicht über die gesundheitlichen Vorteile des Surfens für Körper und Geist. 

The Wave ist Teil der Initiative Wave Garden“, die noch weitere Attraktionen auf der ganzen Welt umfasst. 

Während wir diesen Artikel schreiben, ist auch The Wave vorübergehend geschlossen. Schauen Sie gelegentlich auf der Website vorbei, um zu erfahren, wann der Park wieder geöffnet wird.

Bildnachweis: @littlewoodrobin

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Trine Roald - Public Relations – Head of Marketing

Trine Roald - Public Relations – Head of Marketing

Trine Roald verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Erfahrung in verschiedenen Branchen, von denen ihr aber noch keine so am Herzen gelegen hat, wie ihre Arbeit bei Made for Movement. Hier kann sie für diejenigen etwas bewegen, die es am meisten brauchen. Deshalb setzt sie sich als Head of Marketing bei Made for Movement mit Leidenschaft dafür ein, andere mit Stories und Know-How darüber zu informieren, wie die Lebensqualität von Menschen mit schweren Behinderungen verbessert werden kann.